INFOTHEK ZU HUNDETHEMEN AUS DREI BLICKWINKELN

Augenblick mal!

Hier finden Sie in unregelmäßigen Abständen neue Beiträge rund um den Hund, manche informativ / wissenswert, manche um mal ein bisschen zu schmunzeln. Ab und zu rein schauen lohnt sich!

 

August 2018

Hunde im Sommer – See ja, Auto nein?

Nein, keine Sorge, wir reihen uns jetzt nicht in die Reihe von den Hunderttausend Quellen ein, die jedes Jahr wieder propagieren dass man Hunde im Sommer nicht im Auto zurück lässt da das zur Sauna wird. Wir glauben (hoffen) dass diese Tatsache jedem denkenden Hundebesitzer klar ist. Aber es gibt auch noch ein paar andere Sachen, die man im Sommer beachten sollte, und die nicht ganz dieselbe Medienpräsenz aufweisen.

Zum Beispiel die Sache mit dem Fahrrad. Mit Hunden radeln ist toll und macht Spaß, aber während Mensch vom Fahrtwind gekühlt wird, läuft der Hund im wahrsten Sinne des Wortes heiß. Wer im Sommer mit seinem/n Hund/en radeln gehen möchte, sollte dies daher auf die kühlen Morgen- oder Abendstunden legen und Tempo und Strecke dem Trainingszustand des Hundes anpassen (wer im Winter immer nur die Pipirunde dreht startet besser nicht aus dem Stand eine 20km-Fahrradtour). Gleiches gilt natürlich für jegliche andere Aktivität genauso (zB Inlineskaten, Wanderungen, etc). Aber auch auf dem Hundeplatz (nicht das Bettchen, sondern da, wo man Sport macht) sollte man die Temperaturen im Blick behalten und sich überlegen welche Aktivitäten für welches Wetter geeignet sind. Bei 30° in praller Sonne einen Agility-Parcours in Angriff zu nehmen ist eher suboptimal, wohingegen nichts gegen kleine Suchspiele oder Konzentrationsübungen im Schatten einzuwenden ist. Faustregel: Zehn Minuten Nasenarbeit machen Hund so müde wie eine Stunde laufen.

Und natürlich treibt es bei Hitze und Sonne Mensch und Hund gen Badesee. Absolut verständlich und eine tolle Abkühlung für beide! Auch hier gibt es aber ein paar Sachen zu beachten. Hunde, die Wasser nicht kennen, sind zu Beginn oft vorsichtig. Das ist völlig in Ordnung! Freundliches Locken oder einfach Vorausgehen kann dem Hund vermitteln, dass das Wasser nicht beißt, und man sogar Spaß haben kann. Man sollte jedoch darauf verzichten einen sich sträubenden Hund ins Wasser zu tragen oder ähnliches. Nicht nur dass der Hund in dem Moment Angst hat und ein Vertrauensverlust gegenüber dem Menschen zu befürchten ist; er wird auch in Zukunft nicht eher in Wasser gehen sondern es im Gegenteil noch mehr meiden. Aber auch das Gegenteil kann zum Problem werden, wenn Hund das Wasser abgöttisch liebt und kein Ende findet beim Herumtoben / Apportieren / wasauchimmer, drohen am nächsten Tag Überlastungserscheinungen bis hin zur sogenannten „Wasserrute“. Hier ist also der Mensch gefragt, seine Wasserratte, pardon Wasserhund, davon abzuhalten sich völlig zu verausgaben. Pausen an Land im Schatten sind auch schön, besonders wenn sich dann so ein nasskalter Hund an einen lehnt und keine Ahnung davon hat wie nasse Hunde für Menschennasen riechen…

Und eines noch, auch wenn das eigentlich für jeden selbstverständlich ist. Wir Hundehalter teilen die Badegelegenheiten mit anderen Menschen (auch diesen komischen, die keinen Hund haben). Gegenseitige Rücksichtnahme und vorausschauendes Denken und Handeln sollte zumindest uns Hundehalter auszeichnen, damit wir jenen, die Hunde und ihre Halter nicht mögen, keinen Vorschub in ihrer Denkweise leisten. Wenn ein Mensch, insbesondere ein Kind, Angst vor unserem/n Hund/en hat, sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, Abstand zu halten, den/die Hund/e ggf anzuleinen, und eine Lösung zu finden wie alle Parteien zu ihrem Recht bzw ihrem Wunsch, entspannte Badespaß zu genießen, gelangen. Genauso dürfen wir natürlich nicht zulassen, dass unsere Hunde die Natur in irgendeiner Form stören – Enten etc sind nicht zum Jagen da. Da viele Tiere, die am Wasser leben, Schilfgürtel und andere wassernahe Vegetation als Rückzugsort nutzen, sollte man darauf Rücksicht nehmen und die „nasenbasierte Suche“ in diesen Gebieten verhindern.

 

 

Mai 2018, Jule Wülfken

Ein Hundehalter im Baumarkt…

Als Amber gerade erst einige Wochen bei lebte, war ein Besuch im Baumarkt fällig, ich brauchte Farbe und einen Pinsel (man merkt, mein Haushalt war noch nicht besonders gut ausgestattet). Da wir danach noch mit Freunden und deren Hunden spazieren gehen wollten,und zu Übungszwecken, nahm ich Amber mit. Sie fuhr wie immer tadellos im Auto mit, eine der Sachen die sie von Anfang an machte wie ein Profi, und betrat gesittet mit mir den Baumarkt. Wir steuerten die Übersichtstafel an um zu sehen wo Malerbedarf zu finden war. April april, im ersten Stock! Wir hatten uns den vermeintlich einzigen Baumarkt der Bundesrepublik ausgesucht, der sich auf zwei Geschosse erstreckte! Egal, dann halt hoch. Ich bin bis heute froh dass ich mein dummes Gesicht nicht sehen musste, als ich feststellte, dass es weder ein klassisches Treppenhaus gab, noch einen Aufzug, sondern lediglich eine Rolltreppe. Auf diese wollte ich Amber natürlich nicht stellen, sie sollte nicht der nächste Hund sein der auf der Rolltreppe eine Kralle verliert. Sie ins Auto zurück zu bringen war ebenfalls keine Option, da sie noch nicht allein im Auto warten konnte. Also schnappte ich sie mir kurz entschlossen, nahm 25kg Amber auf den Arm, und stellte mich mit ihr auf die Rolltreppe. Wer das nun für eine tolle Zirkusnummer hält, hat uns auf dem Weg nach unten nicht gesehen: Ich hatte (logisch) keinen Einkaufskorb oder Tasche oder irgendwas dabei (brauchte ja NUR einen Eimer Farbe und einen Pinsel…) sodass auf dem Rückweg nicht nur in meiner Ellenbeuge ein Litereimer weißer Farbe baumelte und ich einen Schäferhund auf dem Arm hielt, nein, zudem steckte ein Pinsel quer zwischen meinen Zähnen (wohin sonst damit…).

Ich habe diesen Baumarkt nie wieder betreten.

 

 

April 2018, Jule Wülfken

Frühjahr – die Zeckensaison beginnt!

Frühling – nicht nur Mensch und Hund zieht es nach draußen, nein, auch diverse „Vielbeiner“ verlassen ihre Winterquartiere und teilen Wald und Feld mit uns. Einige sind hübsch, nützlich, oder einfach ein wenig lästig – ich denke da spontan an Pferdebremsen oder Schmeißfliegen – manche sind aber einfach nur überflüssig (Entomologen und Arachnologen die dies zufällig lesen mögen mir verzeihen).

Zum Beispiel Zecken. Diese sind nicht nur lästig (und in den Augen mancher eklig), sondern können in ihrer Funktion als Vektor, sprich als Überträger von Krankheiten, wirklich gefährlich werden. Die häufigste Zecke bei uns in Deutschland ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Das sind im vollgesogenen Zustand diese grauen „Perlen“ die wohl jeder Hundehalter schon mal gefunden (oder aus Versehen zertreten und dann stundenlang den Teppich gereinigt) hat. Ixodes überträgt zB Borreliose, aber auch Anaplasmose. Weiterhin gibt es bei uns die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), welche Babesiose überträgt. Außerdem sei noch Rhipicephalus sanguineus genannt, die braune Hundezecke. Diese ist in Deutschland eigentlich nicht heimisch, fühlt sich eher in wärmeren Regionen wohl, kann aber „am Hund“ oder im Reisegepäck eingeführt werden und überlebt in geheizten Räumen (Wohnhaus, geheizte Zwinger). Rhipicephalus überträgt diverse Krankheitserreger, beispielsweise Ehrlichien, Babesien, Rickettsien.

Ein zuverlässiger Zeckenschutz ist also nicht allein im Sinne des Menschen wichtig (der keine Zecken in seinem Haushalt finden möchte) sondern dient auch der Vorbeugung von zeckenübertragenen Krankheiten beim Hund selber.

Wirklich sicheren Schutz garantieren nur Präparate, die man beim Tierarzt kaufen kann. Die Anti-Zecken-Präparate aus dem Zoohandel enthalten entweder gar keine wirksamen Substanzen, oder in zu geringer Dosierung (weswegen sie dann frei verkäuflich sind und nicht wie die beim Tierarzt zu erwerbenden Präparate apothekenpflichtig!). Grundsätzlich gibt es drei „Formulierungen“, wie die wirksamen Mittel an bzw in den Hund kommen.

Möglichkeit eins (für Vergessliche), das Halsband. Vorteil: Die Wirkung hält 6-8 Monate vor, man kann es also zum Frühjahr anlegen, zum Herbst abnehmen, und ist über die ganze Saison geschützt. Nachteil: Es befindet sich ständig am Hund, stört also vielleicht beim Streicheln / Kuscheln, und der Hund sollte damit nicht in Gewässer gehen da sich dann der Wirkstoff auswäscht.

Möglichkeit zwei: Ein Spot-On-Präparat. Hier wird eine definierte Menge wirkstofftragender Flüssigkeit in den Nacken des Hundes auf die Haut aufgetragen und verteilt sich über den Fettmantel der Haut. Vorteil: man hat kein (evtl störendes) Halsband am Hund. Nachteil: Man muss alle vier Wochen daran denken es wieder aufzutragen, und man sollte den Hund nach dem Auftragen ca acht Stunden nicht streicheln damit der Wirkstoff sich verteilen kann (also am besten abends vor dem Schlafengehen auftragen).

Möglichkeit drei (für Pragmatische), die Tablette. Vorteil: Man hat gar nichts „außen“ am Hund, von daher perfekt für Hunde die viel in Gewässer gehen. Nachteil: Im Gegensatz zu den gängigen Halsbändern und Spot-On-Präparaten haben die per Tablette verabreichten Substanzen keinen repellierenden Effekt, das heißt, dass die Zecken nicht schon aus der Distanz sagen „der Hund schmeckt nicht“, sondern sie müssen den Hund einmal stechen, und sterben dann beim ersten Blutkontakt. Das reicht völlig aus, um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern (dazu muss die Zecke mehrere Stunden saugen), aber es kann passieren dass man zuhause am Hund noch kleine Zeckenleichen findet, oder dass der Hund noch lebende krabbelnde Zecken (die noch keine geeignete Stelle zum Stich gefunden haben) mit in den Hausstand bringt.

Für was man sich entscheidet ist letztlich eine Geschmackssache und vom individuellen Hund (und Mensch) abhängig.