INFOTHEK ZU HUNDETHEMEN AUS DREI BLICKWINKELN

Augenblick mal!

Hier finden Sie in unregelmäßigen Abständen neue Beiträge rund um den Hund, manche informativ / wissenswert, manche um mal ein bisschen zu schmunzeln. Ab und zu rein schauen lohnt sich!

 

Mai 2018, Jule Wülfken

Ein Hundehalter im Baumarkt…

Als Amber gerade erst einige Wochen bei lebte, war ein Besuch im Baumarkt fällig, ich brauchte Farbe und einen Pinsel (man merkt, mein Haushalt war noch nicht besonders gut ausgestattet). Da wir danach noch mit Freunden und deren Hunden spazieren gehen wollten,und zu Übungszwecken, nahm ich Amber mit. Sie fuhr wie immer tadellos im Auto mit, eine der Sachen die sie von Anfang an machte wie ein Profi, und betrat gesittet mit mir den Baumarkt. Wir steuerten die Übersichtstafel an um zu sehen wo Malerbedarf zu finden war. April april, im ersten Stock! Wir hatten uns den vermeintlich einzigen Baumarkt der Bundesrepublik ausgesucht, der sich auf zwei Geschosse erstreckte! Egal, dann halt hoch. Ich bin bis heute froh dass ich mein dummes Gesicht nicht sehen musste, als ich feststellte, dass es weder ein klassisches Treppenhaus gab, noch einen Aufzug, sondern lediglich eine Rolltreppe. Auf diese wollte ich Amber natürlich nicht stellen, sie sollte nicht der nächste Hund sein der auf der Rolltreppe eine Kralle verliert. Sie ins Auto zurück zu bringen war ebenfalls keine Option, da sie noch nicht allein im Auto warten konnte. Also schnappte ich sie mir kurz entschlossen, nahm 25kg Amber auf den Arm, und stellte mich mit ihr auf die Rolltreppe. Wer das nun für eine tolle Zirkusnummer hält, hat uns auf dem Weg nach unten nicht gesehen: Ich hatte (logisch) keinen Einkaufskorb oder Tasche oder irgendwas dabei (brauchte ja NUR einen Eimer Farbe und einen Pinsel…) sodass auf dem Rückweg nicht nur in meiner Ellenbeuge ein Litereimer weißer Farbe baumelte und ich einen Schäferhund auf dem Arm hielt, nein, zudem steckte ein Pinsel quer zwischen meinen Zähnen (wohin sonst damit…).

Ich habe diesen Baumarkt nie wieder betreten.

 

 

April 2018, Jule Wülfken

Frühjahr – die Zeckensaison beginnt!

Frühling – nicht nur Mensch und Hund zieht es nach draußen, nein, auch diverse „Vielbeiner“ verlassen ihre Winterquartiere und teilen Wald und Feld mit uns. Einige sind hübsch, nützlich, oder einfach ein wenig lästig – ich denke da spontan an Pferdebremsen oder Schmeißfliegen – manche sind aber einfach nur überflüssig (Entomologen und Arachnologen die dies zufällig lesen mögen mir verzeihen).

Zum Beispiel Zecken. Diese sind nicht nur lästig (und in den Augen mancher eklig), sondern können in ihrer Funktion als Vektor, sprich als Überträger von Krankheiten, wirklich gefährlich werden. Die häufigste Zecke bei uns in Deutschland ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Das sind im vollgesogenen Zustand diese grauen „Perlen“ die wohl jeder Hundehalter schon mal gefunden (oder aus Versehen zertreten und dann stundenlang den Teppich gereinigt) hat. Ixodes überträgt zB Borreliose, aber auch Anaplasmose. Weiterhin gibt es bei uns die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), welche Babesiose überträgt. Außerdem sei noch Rhipicephalus sanguineus genannt, die braune Hundezecke. Diese ist in Deutschland eigentlich nicht heimisch, fühlt sich eher in wärmeren Regionen wohl, kann aber „am Hund“ oder im Reisegepäck eingeführt werden und überlebt in geheizten Räumen (Wohnhaus, geheizte Zwinger). Rhipicephalus überträgt diverse Krankheitserreger, beispielsweise Ehrlichien, Babesien, Rickettsien.

Ein zuverlässiger Zeckenschutz ist also nicht allein im Sinne des Menschen wichtig (der keine Zecken in seinem Haushalt finden möchte) sondern dient auch der Vorbeugung von zeckenübertragenen Krankheiten beim Hund selber.

Wirklich sicheren Schutz garantieren nur Präparate, die man beim Tierarzt kaufen kann. Die Anti-Zecken-Präparate aus dem Zoohandel enthalten entweder gar keine wirksamen Substanzen, oder in zu geringer Dosierung (weswegen sie dann frei verkäuflich sind und nicht wie die beim Tierarzt zu erwerbenden Präparate apothekenpflichtig!). Grundsätzlich gibt es drei „Formulierungen“, wie die wirksamen Mittel an bzw in den Hund kommen.

Möglichkeit eins (für Vergessliche), das Halsband. Vorteil: Die Wirkung hält 6-8 Monate vor, man kann es also zum Frühjahr anlegen, zum Herbst abnehmen, und ist über die ganze Saison geschützt. Nachteil: Es befindet sich ständig am Hund, stört also vielleicht beim Streicheln / Kuscheln, und der Hund sollte damit nicht in Gewässer gehen da sich dann der Wirkstoff auswäscht.

Möglichkeit zwei: Ein Spot-On-Präparat. Hier wird eine definierte Menge wirkstofftragender Flüssigkeit in den Nacken des Hundes auf die Haut aufgetragen und verteilt sich über den Fettmantel der Haut. Vorteil: man hat kein (evtl störendes) Halsband am Hund. Nachteil: Man muss alle vier Wochen daran denken es wieder aufzutragen, und man sollte den Hund nach dem Auftragen ca acht Stunden nicht streicheln damit der Wirkstoff sich verteilen kann (also am besten abends vor dem Schlafengehen auftragen).

Möglichkeit drei (für Pragmatische), die Tablette. Vorteil: Man hat gar nichts „außen“ am Hund, von daher perfekt für Hunde die viel in Gewässer gehen. Nachteil: Im Gegensatz zu den gängigen Halsbändern und Spot-On-Präparaten haben die per Tablette verabreichten Substanzen keinen repellierenden Effekt, das heißt, dass die Zecken nicht schon aus der Distanz sagen „der Hund schmeckt nicht“, sondern sie müssen den Hund einmal stechen, und sterben dann beim ersten Blutkontakt. Das reicht völlig aus, um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern (dazu muss die Zecke mehrere Stunden saugen), aber es kann passieren dass man zuhause am Hund noch kleine Zeckenleichen findet, oder dass der Hund noch lebende krabbelnde Zecken (die noch keine geeignete Stelle zum Stich gefunden haben) mit in den Hausstand bringt.

Für was man sich entscheidet ist letztlich eine Geschmackssache und vom individuellen Hund (und Mensch) abhängig.